Parken Stadion mit biometr. FingerabdruckBrøndby-Fans verhindern Einführung von Fingerabdruck-Tickets

Viel kann erreicht werden, wenn Fans sich zusammenschließen: Mit einem eindrucksvollen und erfolgreichen Boykott des Derbys gegen den FC Kopenhagen am 20. März 2011 und verschiedenen Begleitaktionen ist es in Dänemark den Fans von Brøndby IF gelungen, die Einführung eines Fingerabdruck-Ticketsystems für ihre Auswärtsspiele zu verhindern.

Am 15. Februar 2011 hatte Brøndby IF angekündigt, dass Fans, die ein Ticket für den Gästeblock des anstehenden Derbys gegen den FC Kopenhagen im Parken-Stadion kaufen wollen, dafür ihren Fingerabdruck abgeben müssten. Die Reaktion der Fans ließ nicht lange auf sich warten: Noch am selben Tag verkündeten die Fangruppen von Brøndby, dass sie das Spiel aus Protest boykottieren würden. Die Einführung dieses neuen Systems sei ihrer Meinung nach nicht gerechtfertigt und würde die Brøndby-Fans kollektiv stigmatisieren, und zwar als Problem, das mit den klassischen Methoden der Verbrechensbekämpfung behandelt werden müsse.

Als Teil ihrer Protestaktivitäten organisierten die Brøndby-Fans am Derby-Wochenende ein Programm mit verschiedenen sozialen Veranstaltungen, um denjenigen, die am Boykott teilnahmen, Alternativen anzubieten. Außerdem startete die Fangruppe Alpha eine groß angelegte Pressekampagne, sodass der Boykott schon vor dem Spieltag selbst eine sehr positive Medienresonanz in den großen Zeitungen bekam. Auch drei nationale TV-Sender und die regionalen Medien in der Region Kopenhagen berichteten über die Aktion.

Erste Erfolge stellten sich schneller ein als erwartet … Einige Tage vor dem Derby kündigte Brøndby IF offiziell an, dass Fans für kommende Spiele ihre Fingerabdrücke nicht mehr abgeben  müssten. Der Grund für diesenBrondby Fans feiern das Team beim letzten Training vor dem Derby Umschwung war offensichtlich: Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt für den Gästeblock statt der üblichen 3200 Tickets gerade mal 150 verkauft.

Vor und während der Ticketverkaufsphase hatte das Online-Fanzine der Brøndby-Supporter mehrere Interviews mit Politikern und Wissenschaftlern zu dem Thema veröffentlicht. Nach Abschluss der Kartenverkäufe bot die Fangruppe Alpha allen Ticketkäufern an, ihre Tickets einzutauschen: gegen fünf Bier auf dem Trainingsgelände am Tag vor dem Spiel.

Die Idee des Protest ging auf: Am Samstag, dem 19 März, kamen mehr als 1000 Brøndby-Fans zum Abschlusstraining ihres Teams, sangen und feierten zwei Stunden lang, als wäre heute schon das Derby. Am darauffolgenden Spieltag versammelten sich wiederum 1500 Brøndby-Fans vor ihrem Stadion, um ihre Mannschaft vor der Abfahrt zum Parken-Stadion zu140 statt 3500 Fans: der fast leere Brondby-Gästeblock im Parkenstadion während des Derbys feiern und zu supporten.

Ein Mitglied von Alpha berichtet: „Nachdem die Mannschaft das Brøndby-Stadion verlassen hatte, marschierten die Fans alle gemeinsam zur Bahn, um nach Kopenhagen zu fahren und das Spiel in vier Bars im Zentrum der Stadt gemeinsam zu gucken. Dort trafen wir dann weitere 500 Fans, die uns schon erwarteten! Und als wir dann nach der ersten Halbzeit noch 0:1 in Führung lagen, war das Wochenende fast perfekt. Am Ende verloren wir natürlich noch 3:1, was typisch für Brøndby ist … Aber immerhin hatten wir unseren Kampf für Fanrechte gewonnen!“

Noch mehr gute Nachrichten: Obwohl jede Menge Pyro verwendet wurde und 2000 Brøndby-Fans auf den Straßen unterwegs waren, gab es keine Berichte über Verhaftungen oder Vorfälle in Verbindung mit den Fanprotesten.

Kontakt

Football Supporters Europe eV

Koordinationsbüro

Postfach 30 62 18
20328 Hamburg
Germany

Tel.: +49 40 370 877 51
Fax: +49 40 370 877 50
Email: info@fanseurope.org

Impressum