Globale Antikorruptionsorganisation „Transparency International“ packt Probleme bei der FIFA an
Geschrieben von: GloriousMess Montag, den 19. September 2011 um 17:02 UhrDie internationale Antikorruptions-NGO Transparency International (TI) fordert die FIFA zu einer zügigen und umfassenden Reform ihrer Governance-Politik auf der Grundlage eines entsprechenden Empfehlungskatalogs auf.
In dem achtseitigen Dokument von TI unter dem Titel „Safe Hands: Building Integrity and Transparency at FIFA“ schlägt TI unter anderem eine unabhängige Untersuchung der bestehenden Korruptionsvorwürfe und eine Einführung neuer Governance-Richtlinien vor. Die Empfehlungen wurden auf Anfrage der FIFA ausgearbeitet, um den Weltverband bei der Einführung von Antikorruptionsregularien und besseren Management- und Organisationsstrukturen zu unterstützen.
Die durchzuführenden Reformen sollten von einer Kommission bestehend aus Parteien/VertreterInnen von außerhalb und innerhalb der FIFA („ältere Staatsmänner/Staatsfrauen“, Medienvertreter, VertreterInnen der Zivilgesellschaft, Sponsoren, Verbände, Vereine, Profiligen, Spieler, Schiedsrichter und Fans) begleitet und überwacht werden, um ihre Unabhängigkeit von der FIFA zu gewährleisten.
FSE unterstützt die Sichtweise von Silvia Schenk, Sportexpertin bei TI, die sich folgendermaßen äußerte: „Die FIFA verspricht zwar Reformen, aber die andauernden Korruptionsskandale haben das Vertrauen der Öffentlichkeit stark beeinträchtigt. Die Zusammenarbeit mit einer unabhängigen Kommission, die berät, Zugang zu Informationen hat und an der Aufklärung teilnimmt, wird zeigen, ob Veränderungen wirklich gewollt sind. Dieser Prozess muss jetzt beginnen."
FSE begrüßt und unterstützt die Empfehlungen von Transparency International an die FIFA. Bei der zurückliegenden FSE-Mitgliederversammlung im Juli 2011 haben die Mitglieder einstimmig eine Resolution verabschiedet und die FIFA zu grundlegenden Veränderungen und Reformen für mehr Transparenz und Integrität aufgefordert. Die große Mehrheit der von FSE aufgeführten Handlungsvorschläge entspricht denen im „Safe Hands“-Dokument von TI.
FSE-Koordinatorin Daniela Wurbs: „Die meisten Fans in Europa haben schon seit langer Zeit das Vertrauen in die Integrität der FIFA verloren. Für viele von uns sind die Skandale rund um die Vergabe der Weltmeisterschaft und die Präsidentschaftswahl in diesem Sommer nur die Spitze des Eisbergs.
„Die Empfehlungen, die TI in seinem Safe Hands-Dokument vorlegt und das Angebot, die FIFA bei zukünftigen Reformprozessen zu unterstützen, sind ein klares und deutliches Signal. Durch ihre Reaktion auf dieses Dokument und die Bereitschaft, den vorgeschlagenen Reformprozess umgehend in Gang zu setzen, kann die FIFA jetzt unter Beweis stellen, dass ihr wirklich an einer Veränderung gelegen ist.”